Häufige Fragen
Antworten zur GwG-Pflicht und zur praktischen Umsetzung
Ausführliche Erläuterungen zur Revision, zu betroffenen Tätigkeiten, zur Nutzung der Checks und zu möglichen Pflichten.
Grundlagen und Unterstellung
Was ist das Geldwäschereigesetz?
Das Geldwäschereigesetz soll verhindern, dass Vermögenswerte aus Straftaten in den legalen Wirtschaftskreislauf gelangen oder zur Terrorismusfinanzierung verwendet werden. Es verpflichtet bestimmte Unternehmen und Berufspersonen zu Identifikations-, Abklärungs-, Dokumentations- und Organisationsmassnahmen.
Wann tritt die GwG-Revision in Kraft?
Das revidierte Geldwäschereigesetz und das neue Gesetz über die Transparenz juristischer Personen treten am 1. Oktober 2026 in Kraft. Für einzelne Bestimmungen zu Amtsnotariaten gelten besondere zeitliche Regelungen.
Wer kann durch die Revision neu betroffen sein?
Neu betroffen sein können Unternehmen und Berufspersonen, die berufsmässig an bestimmten risikobehafteten Geschäften mitwirken. Dazu gehören insbesondere ausgewählte Immobilientransaktionen sowie Dienstleistungen rund um die Gründung, Strukturierung, Führung oder Übertragung bestimmter Rechtseinheiten.
Sind alle Treuhand- und Beratungsunternehmen GwG-pflichtig?
Nein. Die Branchenbezeichnung allein entscheidet nicht über die Unterstellung. Massgebend sind die tatsächlich erbrachten Dienstleistungen, die Rolle beim Geschäft, die Berufsmässigkeit und mögliche gesetzliche Ausnahmen.
Welche Tätigkeiten behandeln die Checks?
Die Checks behandeln insbesondere Zahlungsverkehrsdienstleistungen, die Aufbewahrung oder Verwaltung von Effekten, bestimmte Grundstücksgeschäfte, Dienstleistungen rund um nicht operative Rechtseinheiten, ausgewählte Unternehmensübertragungen und längerfristige Domizildienstleistungen.
Ist jedes Grundstücksgeschäft GwG-relevant?
Nein. Entscheidend sind die Art der Mitwirkung, die Rolle des Dienstleisters und mögliche Ausnahmen. Der Geschäftscheck fragt unter anderem familien-, erb-, schenkungs- und landwirtschaftsrechtliche Konstellationen sowie die reine Beurkundung ohne zusätzliche Beratung ab.
Gilt für Geschäfte unter CHF 5 Millionen automatisch eine Ausnahme?
Nein. Der Wert allein genügt nicht. Zusätzlich müssen die weiteren Voraussetzungen erfüllt sein, insbesondere die Vorgaben zum Zahlungsweg über dem GwG unterstellte Banken oder andere Finanzintermediäre.
Was ist eine nicht operative Rechtseinheit?
Gemeint sind Rechtseinheiten, die nicht dem Betrieb oder der Unterstützung einer operativen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens oder Konzerns dienen. Dazu können insbesondere Sitzgesellschaften oder reine Halte- und Vermögensstrukturen gehören.
Wann gilt eine Tätigkeit als berufsmässig?
Berufsmässigkeit liegt vor, wenn die Tätigkeit selbstständig und auf dauernden Erwerb ausgerichtet ist. Zusätzlich bestehen Schwellenwerte zu Bruttoerlös, Kundenzahl, Zahl der Rechtsvorgänge, betroffenen Vermögenswerten und Transaktionsvolumen.
Welche Schwellenwerte werden berücksichtigt?
Die Checkgrundlage nennt mehr als CHF 50’000 Bruttoerlös, mehr als 20 Kundinnen oder Kunden, mehr als 20 Rechtsvorgänge, Vermögenswerte Dritter von mehr als CHF 5 Millionen oder ein Transaktionsvolumen von mehr als CHF 2 Millionen pro Kalenderjahr.
Sind Anwältinnen, Anwälte, Notarinnen und Notare automatisch betroffen?
Nein. Tätigkeiten im Zusammenhang mit Gerichts-, Straf-, Verwaltungs- oder Schiedsverfahren werden besonders abgegrenzt. Entscheidend ist, welche konkrete Dienstleistung ausserhalb oder innerhalb eines solchen Verfahrens erbracht wird.
Fragen zur Nutzung der Checks
Ist das Ergebnis des Checks verbindlich?
Nein. Der Check bietet eine unverbindliche Ersteinschätzung anhand der eingegebenen Informationen. Er ersetzt weder eine Rechtsberatung noch eine fachliche Prüfung des konkreten Geschäftsmodells.
Was passiert, wenn ich eine Frage nicht beantworten kann?
Wählen Sie «Nicht sicher». Der Check zeigt dann kein künstlich positives oder negatives Resultat an, sondern weist darauf hin, dass anhand der Angaben keine eindeutige Beurteilung möglich ist.
Muss ich meine E-Mail-Adresse angeben?
Nein. Das Kurzergebnis wird ohne E-Mail-Adresse angezeigt. Eine E-Mail-Adresse ist nur erforderlich, wenn Sie das ausführliche Resultat zugesendet erhalten oder Fachinformationen abonnieren möchten.
Werden meine Checkantworten gespeichert?
Die Antworten werden für die Berechnung und auf Wunsch für den einmaligen Ergebnisversand verarbeitet. Sie werden nicht als vollständiges Checkdossier in WordPress gespeichert und nicht an Brevo übertragen.
Berücksichtigen die Checks sämtliche möglichen Fälle?
Nein. Die Checks behandeln ausgewählte Tätigkeiten und Konstellationen. Weitere Unterstellungstatbestände, Sonderregeln oder besondere Umstände können ausserhalb des Prüfungsumfangs liegen.
Auf welchen Rechtsstand beziehen sich die Checks?
Die Checks beziehen sich auf die ab 1. Oktober 2026 geltenden Bestimmungen. Massgebend bleiben die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und die konkrete Situation.
Pflichten und praktische Umsetzung
Welche Pflichten können bei einer GwG-Unterstellung entstehen?
Je nach Unterstellungsart können der Anschluss an eine Selbstregulierungsorganisation, die Bezeichnung eines GwG-Verantwortlichen, die Erstellung von Reglementen und Weisungen, die Identifikation der Vertragspartei, die Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person, Abgleiche mit Sanktionslisten, eine Risikobeurteilung, zusätzliche Abklärungen, die Dossierführung, laufende Aktualisierungen, interne Kontrollen und definierte Meldeprozesse, Selbstdeklarationen und Revisionen erforderlich werden.
Muss jede Kundin und jeder Kunde geprüft werden?
Nicht jede beliebige Geschäftsbeziehung unterliegt automatisch denselben Pflichten. Bei einer erfassten Geschäftsbeziehung müssen jedoch die vorgesehenen Identifikations- und Abklärungsschritte eingehalten und dokumentiert werden.
Was ist eine wirtschaftlich berechtigte Person?
Das ist die natürliche Person, die ein Unternehmen, eine Struktur oder Vermögenswerte tatsächlich kontrolliert oder wirtschaftlich davon profitiert. Sie kann von der formellen Vertragspartei oder einer im Handelsregister eingetragenen Person abweichen.
Was gehört in ein GwG-Dossier?
Ein Dossier enthält typischerweise Angaben zur Vertragspartei und zur wirtschaftlich berechtigten Person, Identifikationsnachweise, Angaben zu Vertretung und wirtschaftlicher Berechtigung, Informationen über Zweck und Hintergrund der Geschäftsbeziehung, die Risikoeinstufung, zusätzliche Abklärungen, Entscheide und Nachweise über spätere Aktualisierungen.
Müssen Kundendaten regelmässig aktualisiert werden?
Ja, die Unterlagen müssen aktuell und nachvollziehbar bleiben. Änderungen bei Eigentumsverhältnissen, Organen, Geschäftsaktivitäten, Zahlungswegen oder Risikomerkmalen können eine erneute Prüfung oder Aktualisierung auslösen.
Was sind Geschäftsbeziehungen mit erhöhtem Risiko?
Erhöhte Risiken können sich beispielsweise aus politisch exponierten Personen, risikobehafteten Ländern, ungewöhnlich hohen Vermögenswerten, komplexen Strukturen oder schwer nachvollziehbaren Zahlungswegen ergeben. Solche Fälle erfordern vertiefte Abklärungen und eine nachvollziehbare Entscheidung.
Muss sich ein betroffenes Unternehmen einer SRO anschliessen?
Das hängt von der konkreten Tätigkeit und dem anwendbaren Aufsichtsmodell ab. Bei bestätigter Unterstellung ist zu klären, welche Aufsichtsorganisation zuständig ist und welche Fristen und Aufnahmevoraussetzungen gelten.
Wann kann eine Meldung an die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) erforderlich werden?
Ein begründeter Verdacht auf Geldwäscherei oder Terrorismusfinanzierung kann eine Meldepflicht an die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) auslösen. Für die Beurteilung braucht es einen dokumentierten internen Ablauf und gegebenenfalls eine fachliche oder rechtliche Prüfung des Einzelfalls.
Was hat das Transparenzregister mit dem GwG zu tun?
Das Transparenzregister erfasst die wirtschaftlich berechtigten Personen bestimmter Rechtseinheiten. Es ist Teil der verstärkten Geldwäschereibekämpfung, stellt aber eine eigenständige gesetzliche Pflicht dar.
Was sollte ein betroffenes Unternehmen jetzt tun?
Erfassen Sie die angebotenen Leistungen und Geschäftsabläufe, identifizieren Sie mögliche unterstellte Tätigkeiten und prüfen Sie Berufsmässigkeit und Ausnahmen. Falls eine Unterstellung besteht, setzen Sie die erforderlichen Pflichten um (siehe «Welche Pflichten können bei einer GwG-Unterstellung entstehen?»). Klären Sie, wie Sie Ihre Dokumentationspflichten erfüllen. Allenfalls kann der Einsatz einer entsprechenden Plattform sinnvoll sein. Bei unklaren Fällen ist eine individuelle Prüfung sinnvoll.