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Praktische Umsetzung

GwG-pflichtig: Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Eine Unterstellung betrifft nicht nur einzelne Formulare. Sie kann neue Abläufe bei Kundenaufnahme, Risikobeurteilung, Dossierführung und laufender Kontrolle auslösen.

Welche Pflichten konkret gelten, hängt von der Art der Unterstellung und vom Geschäftsmodell ab. Die folgenden Punkte zeigen, welche organisatorischen und fachlichen Aufgaben typischerweise vorbereitet werden müssen.

Unterstellung verbindlich klären

Ein Selbstcheck ist ein Ausgangspunkt. Vor dem Aufbau neuer Prozesse sollte die Unterstellung anhand der tatsächlichen Leistungen und Rollen abschliessend beurteilt werden.

Aufsicht und Zuständigkeit bestimmen

Es ist zu klären, welche Aufsichtsorganisation zuständig ist und wer intern die fachliche Verantwortung übernimmt.

Interne Organisation aufbauen

Verantwortliche Personen sind einzusetzen, die notwendigen Weisungen und Reglemente zu erlassen sowie Weiterbildung und Schulung sicherzustellen.

Vertragsparteien identifizieren

Vor Aufnahme einer erfassten Geschäftsbeziehung sind die notwendigen Angaben und Identitätsnachweise einzuholen und zu prüfen.

Wirtschaftlich berechtigte Personen feststellen

Es muss nachvollziehbar sein, welche natürlichen Personen ein Unternehmen, eine Struktur oder die eingebrachten Vermögenswerte tatsächlich kontrollieren.

Zweck und Hintergrund verstehen

Das Unternehmen muss verstehen, weshalb die Geschäftsbeziehung aufgenommen wird und ob die geplanten Geschäfte zum bekannten Profil passen.

Ein vollständiges Dossier führen

Prüfungen, Unterlagen, Risikoeinstufungen, zusätzliche Abklärungen und Entscheide müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Risiken systematisch erfassen

Kundinnen, Kunden, Geschäftsbeziehungen und Transaktionen müssen nach nachvollziehbaren Kriterien eingestuft werden.

Sanktionslisten prüfen

Vertragsparteien, wirtschaftlich berechtigte Personen und weitere relevante Beteiligte sind gemäss den anwendbaren Vorgaben mit Sanktionslisten abzugleichen.

Auffälligkeiten vertieft abklären

Ungewöhnliche oder widersprüchliche Sachverhalte erfordern zusätzliche Abklärungen zu Hintergrund, Zweck und Herkunft der Vermögenswerte.

Verdachtsfälle richtig behandeln

Für mögliche Verdachtsfälle braucht es einen klaren internen Ablauf, dokumentierte Entscheidungen und definierte Eskalationswege.

Informationen laufend aktualisieren

Änderungen bei Beteiligungen, Organen, Geschäftstätigkeiten, Zahlungswegen oder Risiken müssen erkannt und verarbeitet werden.

Jährliche Risikoeinschätzung erstellen

Die unternehmensbezogenen und kundenbezogenen Risiken sind jährlich zu beurteilen, zu dokumentieren und bei Bedarf anzupassen.

Jährliche Selbstdeklaration vorbereiten

Die verlangte Selbstdeklaration ist fristgerecht vorzubereiten, intern freizugeben und einzureichen.

Unterlagen jährlich bei der SRO einreichen

Die von der zuständigen Selbstregulierungsorganisation verlangten Unterlagen und Nachweise sind vollständig und fristgerecht einzureichen.

Jährliche Revision vorbereiten

Die jährliche Revision ist organisatorisch vorzubereiten. Feststellungen und daraus abgeleitete Massnahmen sind nachvollziehbar zu dokumentieren.

Umsetzung regelmässig kontrollieren

Die Prozesse müssen nicht nur beschrieben, sondern im Alltag angewendet, dokumentiert und regelmässig überprüft werden.

Was gehört typischerweise in ein GwG-Dossier?

  • Identifikation der Vertragspartei
  • Vertretungs- und Zeichnungsberechtigungen
  • Angaben zur wirtschaftlich berechtigten Person
  • Angaben zu Kontrollinhabern und Eigentumsstrukturen
  • Zweck und Hintergrund der Geschäftsbeziehung
  • Risikoeinstufung und Begründung
  • Zusätzliche Abklärungen bei erhöhtem Risiko
  • Entscheide, Freigaben und interne Kommentare
  • Belege zu Transaktionen oder Rechtsvorgängen
  • Nachweise über Aktualisierungen und periodische Kontrollen

Was verändert sich im Arbeitsalltag?

Dienstleistungen dürfen erst nach Identifizierung der Vertragspartei ausgeführt werden. Die grösste Veränderung liegt aber häufig nicht in einer einzelnen Prüfung, sondern in der Wiederholbarkeit. Informationen müssen strukturiert erhoben, nachvollziehbar beurteilt, vollständig dokumentiert und bei Änderungen erneut geprüft werden. Ohne klare Zuständigkeiten, Prozesse und systematische Erfassung entstehen schnell Lücken zwischen Kundenaufnahme, Dossierpflege und laufender Kontrolle.

Zuerst klären, dann umsetzen

Bevor umfangreiche Prozesse oder Systeme eingeführt werden, sollte feststehen, welche Tätigkeiten tatsächlich unterstellt sind und welche Pflichten für das konkrete Unternehmen gelten.

Orientierung und nächste Schritte

Der kostenlose Check hilft bei der ersten Einordnung. Nach dem Resultat können Sie das ausführliche Ergebnis per E-Mail anfordern und Fachinformationen zu rechtlichen Entwicklungen separat abonnieren.